Länderschwerpunkt Frankreich

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Unser Merkblatt „Vorübergehende Tätigkeit deutscher Handwerksbetriebe in Frankreich“ informiert über die Regeln, die für grenzüberschreitende Arbeiten in Frankreich gelten.

Ansprechpartnerin:

Dr. Brigitte Pertschy
EU-Beratung

Telefon: 0761 21800 135
Telefax: 0761 21800 333


Verpflichtung zur Mitnahme der A1-Bescheinigung

Ab dem 1. April 2017 sind entsandte Arbeitnehmer und Selbständige, die in Frankreich tätig werden, verpflichtet, das A1-Formular mitzuführen. Die A1-Formulare können den französischen Kontrollorgangen auch von dem Arbeitgeber der entsandten Arbeitnehmer bzw. dem von ihm beauftragten Vertreter oder dem Kunden vorgelegt werden.

Es reicht aus, wenn ein Dokument mitgeführt wird, aus dem sich ergibt, dass das Formular A1 schon beantragt wurde. In diesem Fall ist das A1-Formular innerhalb von 2 Monaten nachzureichen.

Im Fall eines Verstoßes können gegen den Auftraggeber Bußgelder von 3.269,-- € für jede nicht vorgelegte A1-Bescheinigung verhängt werden.

Das Formular A1 stellen die gesetzlichen Krankenkassen aus. Privat Versicherte beantragen dieses Formular bei ihrem Rentenversicherungsträger (DRV Bund oder Regionalträger der DRV). Bei Personen, die gewöhnlich sowohl in Deutschland als auch in Frankreich tätig sind, ist der GKV-Spitzenverband, DVKA, für die Ausstellung des A1-Formulars zuständig.


In der Meldung muss ein Vertreter des Entsendebetriebes mit einer Postanschrift in Frankreich benannt werden, der für die Kontakte zu den Arbeitsinspektionen und anderen Behörden zuständig ist und der in der Lage sein muss, auf Aufforderung bestimmte, im französischen Arbeitsgesetz genannte Unterlagen (z. B. Arbeitsverträge der Mitarbeiter, Nachweise für die Einhaltung des Mindestlohnes, Arbeitszeitaufzeichnungen) bei der Arbeitsinspektion einzureichen. Die Vertreterbestellung hat schriftlich zu erfolgen und muss Angaben zur Dauer der Bestellung (nicht länger als der Zeitraum der Entsendung) sowie dem Ort, an dem sich die Unterlagen für eine evtl. Kontrolle befinden, enthalten. Wer die vorgeschriebenen Meldungen unterlässt, riskiert Bußgelder.




Erschwerte Bedingungen für Entsendebetriebe

Am 6.8.2015 ist in Frankreich das “Loi Macron” (Loi pour la croissance, l’activité et l’égalité des chances économiques) in Kraft getreten, das u. a. die Regelungen für ausländische Betriebe, die Mitarbeiter nach Frankreich entsenden, verschärft. Neu ist z. B. Folgendes:

  • Wer die gesetzlich vorgeschriebene Entsendemeldung (“declaration de détachement”) unterlässt oder die Dokumente, die bei einer Kontrolle vorgelegt werden müssen, nicht einreicht, riskiert jetzt ein Bußgeld zwischen 2.000 und 500.000 €.
  • Bei schweren Verstößen gegen bestimmte arbeitsrechtliche Regelungen (z. B. Mindestlohnbestimmungen, Arbeitszeitregelungen, angemessene Unterbringung von Arbeitnehmern) und die im Arbeitsgesetz vorgesehenen Nachweispflichten kann die zuständige Behörde die Arbeiten von Entsendebetrieben unter gewissen Voraussetzungen bis zu einem Monat einstellen.
  • Entsandte Mitarbeiter, die im Baubereich tätig sind, müssen in Zukunft einen Berufsausweis (“carte d’identité professionnelle”) in Frankreich beantragen. Welche Stellen für die Ausstellung solcher Ausweise zuständig sein werden, steht noch nicht fest. Die Einzelheiten wird eine Ausführungsverordnung regeln.

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online seit 30. April 2012, aktualisiert am 25. Januar 2017

 
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