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Überbrückungshilfe Corona

Bund und Land haben aufgrund der Coronakrise mit der Überbrückungshilfe ein branchenübergreifendes Zuschuss­programm für kleine und mittelständische Unternehmen aufgelegt, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten bzw. müssen. Das Programm hat eine Laufzeit von drei Monaten (Juni bis August 2020). Wir haben für Sie die wichtigsten Infos zusammengetragen.

Antragsplattform

Das Programm "Überbrückungshilfe Corona" soll die wirtschaftliche Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen sichern, die aufgrund der durch die Coronakrise hervorgerufenen vollständigen oder teilweisen Schließungen oder Auflagen erhebliche Umsatzausfälle erleiden. Unternehmen und Soloselbständige können die Überbrückungshilfe Corona in den nächsten Tagen beantragen.

Bitte beachten Sie: Die Förderanträge müssen von einem Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer gestellt werden, die auch viele Fragen beantworten können. Wenden Sie sich bitte daher an einen der genannten Dienstleister und besprechen Sie das Vorgehen.

Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer, die für die Unternehmen die Anträge einreichen müssen, auf der Antragsplattform registrieren. Die Antragstellung und dei damit verbundene Einreichung der Unterlagen erfolgt digital. Viele weitere Informationen finden Sie auf der für das Förderprogramm eingerichteten Internetplattform.

Antragsplattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de

Wer ist antragsberechtigt?

Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren und soweit sie ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona- Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten. Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb sind ebenfalls antragsberechtigt.

Eine Einstellung der Geschäftstätigkeit vollständig oder zu wesentlichen Teilen in Folge der Corona- Krise wird angenommen, wenn der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammen­genommen um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei Unter­nehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen. Der Antragsteller darf sich am 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in Schwierigkeiten befunden haben.

Die Zu­­schüsse müssen zurückgezahlt werden, wenn das Unternehmen nicht bis August 2020 fortgeführt wird. Eine Auszahlung der Zuschüsse an Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb eingestellt oder die Insolvenz angemeldet haben, ist ausgeschlossen. Die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 30. September 2020 und die Auszahlungsfristen am 30. November 2020.

Was wird gefördert?

Förderfähig sind fortlaufende, im Förderzeitraum anfallende vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare Fixkosten gemäß der folgenden Liste, die auch branchenspezifischen Besonderheiten Rechnung trägt:
 
  • Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räum­lich­keiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäfts­tätigkeit des Unternehmens stehen (Kosten für Privaträume sind nicht förderfähig)
  • Weitere Mietkosten
  • Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  • Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  • Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögens­gegenständen, einschließlich der EDV
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  • Grundsteuern
  • Betriebliche Lizenzgebühren
  • Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  • Kosten für Auszubildende
  • Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 10 Prozent der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert
  • In Baden-Württemberg stockt das Land einen im Bundesprogramm ausgeschlossenen Unternehmerlohn auf. Bis zu 1.180 Euro pro Monat können als fiktiver Unternehmerlohn angesetzt werden
Die Fixkosten der Ziffern 1 bis 9 müssen vor dem 1. März 2020 begründet worden sein. Zahlungen für Fixkosten, die an verbundene Unternehmen oder an Unternehmen gehen, die im Eigentum oder unmittelbar oder mittelbar unter dem beherrschenden Einfluss derselben Person oder desselben Unternehmens stehen, sind nicht förderfähig.

Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter in Vollzeit­äquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. Bei verbundenen Unternehmen werden die Beschäftigten der einzelnen Unternehmen zusammen berücksichtigt.

Der Nachweis des anspruchsbegründenden Umsatzeinbruchs und der erstattungsfähigen Fixkosten erfolgt in einem zweistufigen Verfahren:
 
  • In der ersten Stufe (Antragstellung) müssen die Antrags­voraus­setzungen und die Höhe der erstattungsfähigen Fixkosten mit Hilfe eines Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers glaubhaft gemacht werden
  • In der zweiten Stufe (nachträglicher Nachweis) müssen sie mit Hilfe eines Steuerberaters oder Wirtschaftsprüfers belegt werden.

Wie wird gefördert?

Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von
  • 80 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch,
  • 50 Prozent der Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 50 Prozent und 70 Prozent
  • 40 Prozent der Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 40 Prozent und unter 50 Prozent
im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Bei Unternehmen, die nach Juni 2019 gegründet worden sind, sind die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich heranzuziehen. Liegt der Umsatz im Fördermonat bei wenigstens 60 Prozent des Umsatzes des Vorjahresmonats, entfällt die Überbrückungshilfe anteilig für den jeweiligen Fördermonat. Eine Überkompensation muss zurückgezahlt werden. Die als Überbrückungshilfe unter den vorstehenden Voraus­setzungen bezogenen Leistungen sind steuerbar und müssen nach den allgemeinen steuerrechtlichen Regelungen im Rahmen der Gewinnermittlung berücksichtigt werden.

Die maximale Förderung beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 9.000 Euro für drei Monate, bei Unternehmen bis zu zehn Beschäftigten 15.000 Euro für drei Monate. Diese maximalen Erstattungsbeträge können nur in begründeten Ausnahmefällen überschritten werden.

FAQs

Antworten auf die wesentlichen Fragen rund um das Förderprogramm "Überbrückungshilfe Corona" finden Sie in den FAQs auf der Internetseite des Förderprogramms.

FAQs zur "Überbrückungshilfe Corona"




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