Die Umweltzone Freiburg als Bestandteil des städtischen Luftreinhalte- und Aktionsplans wurde zum 1. Januar 2010 eingerichtet. Alles rund um die damit verbundenen Fahrverbote finden Sie hier.

Mit der Freiburger Umweltzone wurden vor ein paar Jahren sukzessive Fahrverbote für Fahrzeuge unterhalb der Euro 4-Stufe (Abgasnorm) eingeführt. Infolgedessen dürfen heute nur noch Fahrzeuge in die Umweltzone einfahren, die Euro 4/IV oder besser eingestuft sind - also eine grüne Plakette besitzen. Da gerade Handwerksbetriebe von den Fahrverboten stark betroffen waren und sind, haben diese in den letzten Jahren in großem Umfang Investitionen getätigt, um ihren Fuhrpark zu modernisieren; neben wenigen Nachrüstungen der Abgastechnik vor allem durch den Kauf neuer Fahrzeuge. Hierbei wurden vor allem Fahrzeuge der Euro 5-Kategorie angeschafft.
Trotz dieses Engagements zur Verbesserung der Luftsituation in Freiburg zeigen die Messwerte für Stickoxide an der Schwarzwaldstraße auch heute noch ein Niveau, das über dem zulässigen Jahresmittelwert liegt. Einer der Hauptgründe hierfür dürfte sein, dass die auf dem Markt angebotenen Fahrzeuge im realen Betrieb mehr Schadstoffe ausstoßen als durch die Grenzwerte für die Euronormen 5 und 6 erlaubt ist.
Aufgrund der Reaktionen von Herstellern, Politik und Gerichten auf diese gesundheitlich problematische Lage sind weitere Einschränkungen in der Umweltzone zwar unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen. Damit die Umweltzone Sie zukünftig nicht ausbremst, finden Sie hier Informationen zum Umgang mit dieser Situation.

Infos


Aktuelle Lage in Freiburg

Der bestehende Luftreinhalteplan des Regierungspräsidiums Freiburg wurde in den Jahren 2016-2018 erstellt und ist im Februar 2019 in Kraft getreten. Er berücksichtigt die Grenzüberschreitungen von mit 49 µg/m3 in  2017  sowie 51 µg/m3 in 2018 an der Schwarzwaldstraße (der zulässigen Jahresmittelwert liegt bei 40 µg/m3) sowie den wachsenden Druck von Seiten der EU und der Gerichte.
Auch die Ergebnisse der von der Handwerkskammer Freiburg im Juli 2018 durchgeführten Umfrage zur Klärung der realen Betroffenheit des Handwerks in Freiburg und Umgebung wurden bei der Aktualisierung des Luftreinhalteplans berücksichtigt.

In der Summe aller Maßnahmen versucht das Regierungspräsidium Fahrverbote für Fahrzeuge mit Euro 4  und 5 zu vermeiden; knüpft dies aber an verschiedene Voraussetzungen. In wie weit dieses Konzept auch vor Gericht standhält wird sich im Lauf des Jahres bei der Verhandlung der Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen den aktuellen Luftreinhalteplan zeigen.

Weitere Informationen rund um Umweltzonen und Fahrverbote finden sich im Internetauftritt des ZDH
 

Karte


Kontrollen und Bußgelder in der Umweltzone

Seit Oktober 2013 kontrolliert der Gemeindevollzugsdienst der Stadt Freiburg im sogenannten „ruhenden Verkehr“ die Fahrzeuge auf Vorhandensein einer gültigen grünen Umweltplakette. Fehlt diese oder ist das eingetragene Kennzeichen auf der Plakette nicht mehr ausreichend lesbar, verhängt er ein Bußgeld von 80 €. Die Strafe geht an den Fahrzeughalter, sofern der Fahrer nicht ermittelt werden kann. Mit dem aktuellen Luftreinhalteplan hat auch die Polizei grundsätzlich die Möglichkeit bei Kontrollen des fließenden Verkehrs fehlende oder ungeeignete Plaketten zu ahnden. Als Hilfe für die Organisation der Fahrten innerhalb des Freiburger Stadtgebietes zeigt die folgende Karte die Ausdehnung der Umweltzone:

Karte der Umweltzone Freiburg (4.16 MB)
Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten bzgl. Einschränkungen, auch in der Freiburger Umweltzone, ist es u.a. sinnvoll, sich nach alternativen Fahrzeugen umzusehen, die über ihre gesamte Nutzungsdauer sicher vor schadstoffbedingten Fahrverboten sind. Hier kommen, neben Dieselfahrzeugen der Eurostufe ≥ 6d / VI und den wenigen gasbetriebenen Modellen, insbesondere hybride und rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge in Betracht.

Deshalb hat die Handwerkskammer Freiburg schon im Frühjahr 2016 den „Feldtest e-Nutzfahrzeuge“ durchgeführt. Dieser bot interessierten Handwerkern die Möglichkeit, damals auf dem Markt befindliche Fahrzeuge eine Woche im Alltag zu testen, um herauszufinden, wie alltagstauglich sie sind. Im Ergebnis stellten die Fahrzeuge für die teilnehmenden Handwerksbetriebe noch keine Alternative dar, auch wenn sie beim Fahrverhalten, den Betriebskosten und dem Image punkten konnten. Zu schwer wogen die Nachteile der unzureichenden Reichweite, der problematischen Ladesituation und der geringen Modellauswahl.

Auch heutzutage ist das Angebot solcher Fahrzeuge gerade in dem handwerklich bedeutenden Bereich leichter Nutzfahrzeuge ab 2,8 t zGG sehr noch überschaubar. Falls aber eine Anschaffung für einen Betrieb sinnvoll ist, können aktuell Fördermöglichkeiten auf Bundes- und Landesebene genutzt werden. Zu nennen sind hier:
•    Die Landesinitiative III – Marktwachstum Elektromobilität BW mit den sogenannten BW-e-Gutscheinen, einer Förderung für e-Lkw sowie für e-Lastenräder. Nähere Informationen finden Sie hier: Landesförderung Elektromobilität

•    Das „Umwelt-Bonus“ Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Dessen Förderbedingungen sowie die Liste der förderfähigen Fahrzeuge finden Sie hier: Bundesförderung Umweltbonus

•    Das Programm „Ressourceneffizienzfinanzierung“ der L-Bank, das im Programmteil B die Förderung von Investitionen zur Elektromobilität beinhaltet. Hierüber sind auch die Investitionen für Ladesäulen finanzierbar. Nähere Informationen finden Sie hier:
Ressourceneffizienzfinanzierung L-Bank

Betrieben, die von den Verboten in der Freiburger Umweltzone betroffen sind, stehen insgesamt nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zur Verfügung ihre bestehenden Handlungsspielräume mit verhältnismäßigem Aufwand zu erhalten.
Eine der Möglichkeiten ist, bestehende Fahrzeuge mit einem NOx-Minderungssystem nachzurüsten. Damit sind sie von Fahrverboten ausgenommen. Informationen über die zugelassenen Nachrüstsätze und die dafür geeigneten Fahrzeuge bietet das Kraftfahrbundesamt (siehe www.kba.de ). Die Möglichkeiten zur Förderung der Nachrüstung bei leichten Nutzfahrzeugen zwischen 2,8-7,5 t zGG sind im Internetauftritt des Bundesamtes für Verwaltungsdienstleistungen zu finden (siehe www.bav.bund.de ).

Wir werden uns trotz zu der geringen Freiheitsgrade weiter intensiv dafür einsetzen, dass kein Betrieb durch die Verbote in der Umweltzone in seiner Existenz gefährdet wird. Unabhängig davon bleibt es ratsam, die Fahrverbotsregelungen, die Passgenauigkeit der fahrzeugbezogenen Schadstoffwerte sowie die Bußgeldsituation im ruhenden Verkehr bei allen anstehenden Fahrzeugbeschaffungen zu berücksichtigen.

Ihr Ansprechpartner


Georg Voswinckel

Innovations-/Technologie-/Umweltberatung
Telefon 0761 21800 530
Fax 0761 21800 555