Nachbericht zur 4. Energietour „Baukultur und Energieeffizienz“


Quelle: Handwerkskammer Freiburg

Die Verbindung von Baukultur – speziell im Schwarzwald - und Energieeffizienz, dies hatte die 4. Energietour des Jahres zum Thema. Basierend auf dem vom Regierungspräsidium und der Architektenkammer Freiburg in 2016 stattgefundenen Wettbewerb „Baukultur Schwarzwald“ wurden Stationen besucht, die diese Themenkombination in innovativer und vorbildlicher Weise in sich vereinen.  Es meldeten sich gut 20 interessierte Handwerker, Energieberater, Ingenieure, Architekten und regionale Akteure der Energiewende, die bei schönstem Herbstwetter zur Energietour „Baukultur und Energieeffizienz – innovative Lösungen für Gewerbebauten“ in den Schwarzwald fuhren.  
 
Erste Station war das Hotel Bregger’s Schwanen in Breitnau. Hier wurde die notwendige Erweiterung des Hotels 2011 in besonderer Art und Weise umgesetzt. Neben dem Aufgreifen traditioneller regionaler Baukultur – insbesondere des Holzbaus – und deren zeitgemäßer Neuinterpretation durch die Architekten der Werkgruppe Lahr wurde auch das Energiekonzept für den Erweiterungsbau zeitgemäß ausgestaltet. Vorgestellt vom Haustechniker Herrn Maier bekamen die Tourteilnehmer Einblick in die Bauweise des Hotelanbaus, bei dem neben der Verwendung einheimischen Holzes wie beispielsweise Weißtanne einige interessante Details im Holzbau verwirklicht wurden um den Ansprüchen heutiger Hotelgäste und moderner Architektur mit viel Licht und Komfort sowie gleichzeitig hoher Energieeffizienz gerecht zu werden. Zu letzterer trägt beispielsweise die Anbindung an eine Fernwärmeversorgung eines Holzhackschnitzel-Kraftwerks an, für dessen Bau der neue Anbau des Hotels den Ausschlag gegeben hatte. Darüber hinaus zeigte Herr Maier vom Lüftungskonzept bis hin zur Schwimmbadtechnik noch verschiedene Anlagen, die zur Energieeffizienz des Hotels beitragen.

Zweite Station war die ebenfalls in Bernau ansässige Holzbau Bruno Kaiser GmbH, die maßgeblich beim Bau der Hotelerweiterung beteiligt war. Der Geschäftsführer Herr Duttlinger stellte hier den Tourteilnehmern im neuen Veranstaltungsbau zunächst die beeindruckende Entstehungsgeschichte des heutigen Holzbaubetriebs und dessen Philosophie vor und führte anschließend durch die moderne Produktionshalle. Dort konnte der Weg von der Anlieferung des Rohmaterials über dessen Bearbeitung mittels modernster CNC-Technik, den zeitgemäßen Abbund bis hin zur Bereitstellung der vorgefertigten Wände und Decken zur Montage auf der Baustelle im Detail besichtigt werden. Eine kleine Ausstellung realisierter Gebäude (teils komplett als Holzbau) sowie vielfältige Fachinformationen von Herrn Duttlinger rundeten die Vorstellung des modernen Holzbaus und dessen Möglichkeiten ab. Rege, teils sehr tiefgehende Fragen der Teilnehmer zeigten das große Interesse an den Möglichkeiten innovativen Holzbaus.

Dritte Station der Energietour war das Hofgut Sternen im Höllental. Dort wurde vom Betreiber, mit Unterstützung des Innovationsfonds der badenova, das sogenannte „Energiewerk“ verwirklicht und Mitte 2016 offiziell in Betrieb genommen. Diesem liegt das Konzept zugrunde, den gesamten Komplex des Hofguts Sternen mit möglichst hohem Anteil an regenerativ erzeugtem Strom und Wärme bzw. Kälte zu versorgen. Dazu wird das Wasser der Kläranlage in Hinterzarten über eine Druckleitung bis in das Energiewerk geleitet und dort über eine Turbine und Wärmetauscher genutzt bevor es wieder in den Bach eingeleitet wird. Ergänzt wird diese Anlage durch eine Kombination aus Holzvergaser und BHKW, die mit Hackschnitzeln beschickt wird, die vorher über eine spezielle, mit Abwärme betriebene, Trocknungsanlage konditioniert werden. Diese Anlage ist inzwischen so gut eingefahren, dass am Ende weniger als 1% der Hackschnitzel als Asche übrig bleiben. Dies und die Anlagensteuerung, die über ein Display im Untergeschoss des Energiewerks für alle einsehbar ist zeigten der Energieberater Herr Faller und Herr Ruf als Energiewart des Eigentümers, der Aufbau und Inbetriebnahme der Energietechnik mitgemacht hat und diese jetzt betreut auf eindrückliche Art und Weise.

Reichlich versorgt mit neuen Eindrücken und Informationen machten sich die Tourteilnehmer nach dem abschließenden Imbiss wieder auf den Heimweg. Beste Voraussetzungen für einen gelingenden Transfer der gezeigten Techniken und Lösungen und eine Bestätigung für das Konzept der Energietouren.