grüne Pflanze mit Wassertropfen

Nachhaltigkeit

Das Handwerk stellt sich auf die Zukunft ein – das beweist ein Blick auf die zentralen Herausforderungen unserer Zeit: Der Klimawandel und die damit verknüpfte Frage unserer Energieversorgung sowie der demografische Wandel in all seinen Facetten.

Es geht um nicht weniger als das gesellschaftliche Zusammenleben für die Zukunft zu sichern. Kein anderer Wirtschaftszweig kann dabei auf eine solch lange Tradition zurückblicken, ökonomischen Fortschritt und die Berücksichtigung natürlicher Ressourcen miteinander zu vereinen, wie das Handwerk. Die Triebfedern für das Streben nach innovativen Gestaltungsprozessen sind seit Jahrhunderten Neugier und Kreativität. Handwerksbetriebe sind dabei seit jeher in ihrem sozialen und natürlichen Umfeld tief verwurzelt und aufgrund der mehrheitlich kleinen Betriebsgrößen durch ein enges Verhältnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern geprägt.

Was steckt hinter dem Begriff der Nachhaltigkeit?

„Von einem Prinzip der Forstwirtschaft hat sich Nachhaltigkeit zu einem Leitbild für das 21. Jahrhundert entwickelt. Der Kerngedanke: Zukünftige Generationen sollen dieselben Chancen auf ein erfülltes Leben haben wie wir. Gleichzeitig müssen Chancen für alle Menschen auf der Erde fairer verteilt werden. Nachhaltige Entwicklung verbindet wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit und dem Schutz der natürlichen Umwelt.“ (Quelle: www.bne-portal.de)

Demografie

Geselle und Ausbilduer am Auto

© amh-online.de

Der demografische Wandel stellt die Gesellschaft vor mehrere Aufgaben: Die Belastung der Sozialversicherungssysteme, der Wunsch der Menschen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu leben - all das erfordert Lösungen, nicht zuletzt von Seiten des Handwerks. Barriereffreies Bauen ist dabei ebenso Thema wie die oft geringen Möglichkeiten der Nahversorgung. Die Handwerkskammer Freiburg gemeinsam mit ihren Mitgliedsbetrieben diesen Herausforderungen. Es geht darum, Menschen in jeder Alters-, Lebens- und Gesundheitssituation ein selbstbestimmtes Wohnen und Leben in vertrauter Umgebung zu ermöglichen. Da wir zukünftig nicht nur länger leben, sondern auch viele geburtenschwache Jahrgänge erwarten, ist das Thema Fachkräftesicherung von größer Bedeutung für die Arbeit der Kammer. Nicht mehr alle Lehrstellen können mit qualifizierten Bewerbern besetzt werden. Auf vielen Ebenen muss daher ein Umdenken stattfinden, neue Zielgruppen müssen erschlossen und neue Wege in der Nachwuchssicherung beschritten werden.

Bildung für nachhaltige Entwicklung


Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Fotograf

© amh-online.de

Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt. Der Einzelne erfährt durch Bildung für nachhaltige Entwicklung die Konsequenzen seines eigenen Handelns kennen. Ein solches Denken ist dringend notwendig, um Veränderungen anzustoßen und drängende globale Probleme wie den Raubbau an der Natur anzugehen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt Wissen über:

- globale Zusammenhänge und Herausforderungen wie den Klimawandel oder globale Gerechtigkeit;
- die komplexen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ursachen dieser Probleme.

Das Konzept der Gestaltungskompetenz:
Zur Verwirklichung nachhaltiger Entwicklungsprozesse wurde das Konzept der Gestaltungskompetenz formuliert. Mit Gestaltungskompetenz wird die Fähigkeit bezeichnet, Wissen über nachhaltige Entwicklung anwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung erkennen zu können. Das heißt, aus Gegenwartsanalysen und Zukunftsstudien Schlussfolgerungen über ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit ziehen und darauf basierende Entscheidungen treffen, verstehen und individuell, gemeinschaftlich und politisch umsetzen zu können.

Das Handwerk. Offizieller Ausrüster der Energiewende

© lassedesignen - Fotolia.com.jpg

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Südbaden steht wie keine andere Region für das Streben nach einer zukunftsorientierten Energieversorgung. Seit Jahrzehnten ist das Bekenntnis für eine nachhaltige Energiepolitik tief in unserer Region verwurzelt. Und das Handwerk ist Schrittmacher. Mit der auf Initiative der Kammer gegründeten strategischen Partnerschaft Klimaschutz am Oberrhein verfügt die Region über ein Netzwerk, das den Klimaschutz nicht nur aktiv fördert und Maßnahmen zur Energieeinsparung verfolgt, sondern damit auch der regionalen Wirtschaft wichtige Impulse beschert.

Die Energiewende stellt die gesamte Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Neue Wege bei der Energieerzeugung, beim Energietransport und beim Energieverbrauch sind gefragt. Das geht nicht ohne das Handwerk. Nicht nur die Bau- und Ausbaugewerke sind gefragt, auch Sanitär-, Heizungs- und Klimatechniker, Elektrotechniker und viele weitere Gewerke sind damit beschäftigt, die Energieversorgung und die Energienutzung Deutschlands zukunftsfähig zu machen. Kurzum: Das Handwerk ist der offizielle Ausrüster der Energiewende. Und das dank des dualen Ausbildungssystems und dem Meisterbrief immer mit der nötigen Erfahrung, dem nötigen Fachwissen und der nötigen Qualität.

Die Handwerkskammer Freiburg nahm mehrfach Stellung zu aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Energiewende. Die Freiburger Erklärungen mahnen neben einer dezentralen Ausrichtung der Energiewende vor allem klare Ziele und Verlässlichkeit statt Beliebigkeit und koalitionstaktische Rücksichten an.
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