Schornsteinfegerin Evelyne Pfundstein aus Oberharmersbach steht im finalen Voting des Wettbewerbs „Miss & Mister Handwerk 2026“ und möchte klarmachen, dass der Wirtschaftszweig zu oft unterschätzt wird
Sie bringt sprichwörtlich Glück und steigt Anderen wortwörtlich aufs Dach: Schornsteinfegerin Evelyne Pfundstein aus Oberharmersbach liebt ihre Arbeit vor Ort bei den Kunden. In ihrer Freizeit ist die Gesellin zurzeit zudem vermehrt online unterwegs – auch um Werbung für sich selbst zu machen. Die 25-Jährige steht nämlich im Finale des Wettbewerbs „Miss & Mister Handwerk“, bei dem sie in einem Voting Stimmen für sich sammeln muss. Die Veranstalter des Wettbewerbs suchen nach starken Persönlichkeiten, die mit Leidenschaft und Engagement für ihren Beruf brennen. Ziel ist es, moderne Vorbilder sichtbar zu machen und zu zeigen, wie attraktiv, vielseitig und zukunftsfähig das Handwerk ist.
„Bis hierhin war es schon eine spannende Reise“
Warum hat sich die Ortenauerin entschlossen, an diesem Wettbewerb teilzunehmen? „Gerade als ich in meine Ausbildung gestartet bin, haben mich immer wieder Leute gefragt, warum ich mit Abitur ‚nur‘ Schornsteinfegerin werde. Ich will zeigen, dass Handwerk eben nicht ‚nur Handwerk‘ ist.“ Mit diesem Ansinnen bewarb sie sich im vergangenen Frühjahr bei dem deutschlandweiten Wettbewerb und steht nun im finalen Voting, das noch bis zum 23. Februar läuft.
„Bis hierhin war es schon eine spannende Reise“, sagt die Oberharmersbacherin. „Erst wollte ich gar nicht so sehr bekanntmachen, dass ich an diesem Wettbewerb teilnehme – aber meine Schwester hat angefangen, die Werbetrommel für mich zu rühren.“ Und dank vieler Unterstützer stand sie im Sommer letzten Jahres schließlich im Halbfinale des Wettbewerbs: Gemeinsam mit 15 anderen Kandidatinnen und Kandidaten wurde sie zu einem Fotoshooting für den Jahreskalender „Power People“ eingeladen. „Erst durfte ich zwei Tage lang in Köln die anderen Kandidaten und die Sponsoren kennenlernen“, berichtet Pfundstein. Danach stand sie in Wuppertal vor der Kamera. Ihre Bilder schafften es in den Kalender – darin sind sechs Frauen und sechs Männer vertreten.
Die Schornsteinfegerin ist stolz darauf, soweit gekommen zu sein und nutzt die Plattform des Wettbewerbs gerne. Sie will klar machen, was das Handwerk ist: „Oftmals unterschätzt und doch von allen gebraucht!“ In ihrem Beruf kann sie Tradition und moderne Technologie, Kundenkontakt und sogar rechtliche Aspekte vereinen – und liebt das. „Kein Tag gleicht dem anderen“, sagt sie. Der Wettbewerb hat ihr unverhofft viel Feedback gegeben. „Ich bekam von den unterschiedlichsten Menschen positive Rückendeckung“, sagt sie. „Ich wurde auf der Straße angesprochen, in meinem Netzwerk – und nicht nur in der Umgebung.“
Evelyne Pfundstein bezeichnet sich als „echtes Harmerschbacher Mädel“ – und lebt das auch. In der Freiwilligen Feuerwehr Oberharmersbach ist sie nicht nur seit 15 Jahren als Kameradin aktiv, sie hat auch das Amt der Schriftführerin inne und betreut die Jugendarbeit mit. Bei der Trachtentanzgruppe Oberharmersbach ist sie mehr als zehn Jahre Mitglied, mittlerweile auch als Tanzleiterin. Bei den „Huebacher Hexe-Wiibli Oberharmersbach“ ist sie zudem im Vorstand aktiv.
Beim Online-Voting Stimmen sammeln fürs Finale
Die Handwerkerin freut sich schon auf den 4. März. Dann werden in München live auf dem Kongress „Zukunft Handwerk“ Miss und Mister Handwerk 2026 gewählt. Vorher muss die Südbadenerin aber online möglichst viele Votes für sich generieren – das verschafft eine bessere Ausgangsposition bei der Jury. Bis zum 23. Februar kann für die Schornsteinfegerin unter missmisterhandwerk.de/voting abgestimmt werden – stündlich neu. „Jede Stimme zählt und alle können mehrfach abstimmen“, erläutert Pfundstein. Stimmen von Kolleginnen und Kollegen aus dem südbadischen Handwerk würden sie besonders freuen.
Online-Voting und weitere Infos unter missmisterhandwerk.de/voting