
Ehrenamt im Handwerk
Was Ihr ehrenamtliches Engagement so wertvoll macht
Ehrenamtliches Engagement im Handwerk ist entscheidend, um die Qualität, Weiterentwicklung und Zukunft des Handwerks zu sichern. Handwerker*innen im Ehrenamt leisten einen unverzichtbaren Beitrag, den Nachwuchs auszubilden, Fachkräfte von morgen zu fördern und dabei Ausbildungsstandards aufrechtzuerhalten.
Zudem ist das Ehrenamt eine der Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Selbstverwaltung des Handwerks. Von Fachverbänden über Innungen und Kreishandwerkerschaften bis zu Vollversammlung und Prüfungswesen – all dies lebt vom ehrenamtlichen Engagement leidenschaftlicher Handwerk*innen. Damit ist das Ehrenamt für unser Handwerk essenziell und für die Zukunft der „Wirtschaftsmacht von nebenan“ besonders wichtig.
Leider geht der demografische Wandel auch am Ehrenamt nicht spurlos vorbei. Viele der aktuellen Ehrenamtsträger*innen verabschieden sich in den wohlverdienten Ruhestand. Um das Ehrenamt im Handwerk weiterhin stark und dynamisch zu halten, braucht es motivierte Menschen, die sich neben Beruf und Familie für Ihr Handwerk engagieren.
Ehrenamtlich engagieren – wie geht das?
Auch Sie möchten mit anpacken und das Handwerk ehrenamtlich unterstützen? Dann wenden Sie sich noch heute an uns! Wir beraten Sie gerne umfassend, wie Sie sich ehrenamtlich im Handwerk einbringen können.
Kontakt:
Frau Petra Ruf, ehrenamt@hwk-freiburg.de

Fit fürs Ehrenamt
Um sich im Handwerk ehrenamtlich zu engagieren, müssen Sie nicht ins kalte Wasser springen. In den Seminaren der Ehrenamtsakademie Baden-Württemberg und der Ehrenamtsakademie des NRW-Handwerks lernen Sie alles, was Sie für ein erfüllende Tätigkeit im Ehrenamt brauchen.
Neben einer umfassenden Einführung ins Ehrenamt liegt besonderes Augenmerk auf der Schulung in den Bereichen Rhetorik sowie Medien- und Bühnenauftritten. Damit sind Sie für Ihr Ehrenamt bestens gerüstet.

Ehrenamtsfest 2025 – Dank und Wertschätzung für engagierte Handwerkerinnen und Handwerker
Das deutsche Handwerk und seine Selbstverwaltung funktionieren nur dank des ehrenamtlichen Engagements vieler Handwerkerinnen und Handwerker. In Innungen, Kreishandwerkerschaften, Handwerkskammern und Fachverbänden, als Prüferinnen und Prüfer, Ausschussmitglieder oder Ausbildungsbotschafter: In Südbaden zeigen fast 1.990 Handwerkerinnen und Handwerker ehrenamtlichen Einsatz.
Um diese unentgeltliche Arbeit, teilweise über Jahrzehnte hinweg, angemessen zu würdigen, richtete die Handwerkskammer Freiburg ein großes Fest für die Ehrenamtlichen aus. In der Messe wurde das Ehrenamt im Handwerk geehrt und gefeiert. Zahlreiche Ehrungen, ein umfangreiches Programm sowie musikalische Unterhaltung sorgten für Wertschätzung und gute Stimmung.
Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden die zahlreichen Prüferinnen und Prüfer, die ehrenamtlich für einen reibungslosen Ablauf der Gesellen- und Meisterprüfungen im südbadischen Handwerk sorgen, für ihre oft langjährige Tätigkeit geehrt. „Sie sind die tragenden Säulen unserer Aus- und Weiterbildung“, hob Kammerpräsident Christof Burger hervor. „Sie sind diejenigen, die unsere hohen Qualitätsstandards setzen und halten. Sie stellen sicher, dass Prüflinge nicht nur ihr Handwerk beherrschen, sondern es mit Überzeugung und Anspruch ausüben.“
Impressionen von der Prüferehrung sowie vom Ehrenamtsfest finden Sie unter den folgenden Links. Die Bilder unserer Fotografen Felix Risch und Yasin Kirsch können Sie herunterladen und für private Zwecke verwenden. Sollten Sie Bilder veröffentlichen wollen, bitten wir Sie, jeweils folgenden Quellverweis anzugeben: HWK FR/Felix Risch und Yasin Kirsch
Welche Ehrenämter gibt es im Handwerk?
Im Handwerk können Sie auf vielerlei Art und Weise ehrenamtlich aktiv werden. Zur ersten Orientierung finden Sie hier die Ehrenämter des Handwerks im Überblick.
Gremien und Organe der Handwerkskammer
Das Präsidium der Handwerkskammer Freiburg besteht aus Präsident Christof Burger sowie den Vizepräsidenten Friedrich Sacherer (Arbeitgeberseite) und René Gammerdinger (Arbeitnehmerseite). Das Präsidium wird alle fünf Jahre von der Vollversammlung neu gewählt.
Dem Vorstand gehören bei der Handwerkskammer Freiburg neun Mitglieder an. Davon vertreten sechs Mitglieder die Arbeitgeber und drei Mitglieder die Arbeitnehmer im Handwerk. Dem Vorstand stehen der Präsident und zwei Vizepräsidenten vor.
Die Vollversammlung ist das zentrale und oberste Gremium der Handwerkskammer. Die Wahlen zur Vollversammlung erfolgen alle fünf Jahre. Die 42 gewählten Mitglieder, bestehend aus selbstständigen Handwerker*innen oder Inhaber*innen von Betrieben des handwerksähnlichen Gewerbes sowie Arbeitnehmervertreter*innen, bestimmen maßgeblich die Grundsatzentscheidungen der Kammer und üben das Budgetrecht aus. Die Mitglieder der Vollversammlung wählen aus ihren Reihen den Präsidenten, die beiden Vizepräsidenten sowie die weiteren Mitglieder des Vorstands. Ihm obliegt in Zusammenarbeit mit der hauptamtlichen Geschäftsführung die Verwaltung der Handwerkskammer.
Der Rechnungsprüfungsausschuss ist für die Überprüfung des Jahresabschlusses zuständig und erstattet der Vollversammlung hierzu Bericht. Dabei prüft der Ausschuss die Einhaltung des Wirtschaftsplans sowie die sachliche und rechnerische Korrektheit von Rechnungsbeträgen. Zudem überwacht er den ordnungsgemäßen Einzug von Einnahmen und ob die Ausgaben zur Erfüllung der Kammeraufgaben und der rechtlichen Verpflichtungen geleistet wurden. Der Rechnungsprüfungsausschuss zählt zu den ständigen Ausschüssen der Handwerkskammer und wird alle fünf Jahre von der Vollversammlung gewählt.
Der Berufsbildungsausschuss (BBA), dem sechs selbstständige Handwerker, sechs Arbeitnehmer und sechs Lehrer an berufsbildenden Schulen (beratende Stimme) angehören, ist in allen wichtigen Angelegenheiten der beruflichen Bildung (z.B. Prüfungsordnungen, überbetriebliche Ausbildung (ÜBA) oder Weiterbildungsregelungen) zu unterrichten und anzuhören. Die Amtszeit der ständigen Ausschüsse ist an die Amtszeit der Vollversammlung gebunden.
Ehrenämter im Bereich Aus- und Weiterbildung
Der Gesellenprüfungsausschuss ist ein Gremium, das in der beruflichen Ausbildung im Handwerk Gesellenprüfungen organisiert, durchführt und bewertet. Dabei übernimmt er u.a. folgende Aufgaben: Organisation der Prüfungstermine, Abnahme der theoretischen und praktischen Prüfungsteile, Überwachung der ordnungsgemäßen Durchführung der Prüfungen sowie die Ermittlung und Dokumentation der Prüfungsergebnisse.
Ein Gesellenprüfungsausschuss besteht üblicherweise aus drei „Bänken“: Arbeitgebervertreter (z. B. Meister aus dem Handwerk), Arbeitnehmervertreter (z. B. Gesellen) und Lehrervertreter (Berufsschule)
Ähnlich dem Gesellenprüfungsausschuss ist der Meisterprüfungsausschuss ein Gremium, das Prüfungen organisiert, durchführt und bewertet – in dem Fall die Meisterprüfungen. Dabei übernimmt er u.a. folgende Aufgaben: Organisation der Prüfungstermine, Abnahme der theoretischen und praktischen Prüfungsteile, Überwachung der ordnungsgemäßen Durchführung der Prüfungen sowie die Ermittlung und Dokumentation der Prüfungsergebnisse.
Im Gegensatz zum Gesellenprüfungsausschuss besteht der Meisterprüfungsausschuss aus fünf Mitgliedern. Neben den drei Fachbeisitzern gibt es einen Experten für die rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und berufspädagogischen Kenntnisse sowie einen nicht dem Gewerk zugehörigen und damit neutralen Vorsitzenden.
Der Fortbildungsprüfungsausschuss der Handwerkskammer ist ein Gremium, das für die Durchführung und Sicherstellung ordnungsgemäßer Fortbildungsprüfungen zuständig ist – z. B. für Fachwirt-, Ausbilder- oder sonstige berufliche Fortbildungsabschlüsse im Handwerk. Seine Aufgaben decken sich weitgehend mit denen des Gesellen- und Meisterprüfungsschusses.
Der Fortbildungsprüfungsausschuss besteht in der Regel aus mindestens drei Mitgliedern: Arbeitgeber-/Unternehmervertreter, Arbeitnehmer-/Gesellenvertreter sowie einer Lehrkraft oder einem anderen fachkundigen Mitglied
Ausbildungsbotschafter*innen sind speziell geschulte Auszubildende, die Schulen besuchen, um Jugendlichen die Ausbildung im Handwerk authentisch und praxisnah vorzustellen. Die Aufgaben von Ausbildungsbotschafter*innen sind folgende: Vorstellen des eigenen Handwerkberufs, Erfahrungen teilen, Fragen von Schüler*innen beantworten, Handwerk attraktiv darstellen sowie Schulen und Betriebe vernetzen.
Damit leisten Ausbildungsbotschafter*innen einen äußerst wichtigen Beitrag zur Gewinnung von Nachwuchskräften im Handwerk.
Ehrenamtliche Handwerksorganisationen
Als berufsübergreifende Organisationsform treten die Kreishandwerkerschaften in Erscheinung. In ihnen schließen sich Innungen eines Stadt- oder Landkreises zusammen. Im Bezirk der Handwerkskammer Freiburg gibt es vier Kreishandwerkerschaften als wichtige Mosaiksteine innerhalb einer funktionierenden Selbstverwaltungsorganisation des Handwerks.
Das Handwerk organisiert sich in regionalen und in berufsspezifischen Zusammenschlüssen. Sie sind zumeist Körperschaften des öffentlichen Rechts. Als Basisvertretung sehen sich die Innungen in der Nachfolge der Zünfte und nehmen innerhalb eines Stadt- oder Landkreises selbständige Handwerker gleicher oder einander nahestehender Gewerke auf. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Neben einer spezielleren Interessenvertretung nehmen sich die Innungen vor allem Fragen der Lehrlingsausbildung an.
Was wäre das Handwerk ohne Ehrenamt?
So gut tut Ehrenamt – Ehrenämtler*innen aus Südbaden berichten
Ehrenamt tut gut – nicht nur dem Handwerk, sondern auch denen, die es ausüben. So hat das Ehrenamt für alle Beteiligten großen Mehrwert. Zufriedenheit, Erfüllung, Idealismus – die Gründe, warum Menschen sich ehrenamtlich engagieren, sind vielfältig. Sechs südbadische Handwerkerinnen und Handwerker berichten.
Unsere Protagonist*innen
Sebastian Winterhalter
Fleischermeister Sebastian Winterhalter aus Elzach zeigt mit Leidenschaft ehrenamtlichen Einsatz im südbadischen Handwerk. Im Handwerk lernt man schnell, Verantwortung zu übernehmen und zuverlässig zu sein.“ Sebastian Winterhalter weiß, wovon er spricht. Der 33-jährige Fleischermeister führt gemeinsam mit seinem Vater die 1856 gegründete Elzacher Traditionsmetzgerei „Gustav Winterhalter“ in 10. Generation. Täglich sorgt er dafür, dass der Laden mit insgesamt 180 Beschäftigten und 11 Filialen läuft. „Man muss Verantwortungsbewusstsein haben“, sagt er. „Sonst geht es nicht.“ Weiterlesen


Christiane Hollnberger
Wenn Christiane Hollnberger von ihrem Beruf spricht, spürt man sofort, dass hier jemand mit Leidenschaft bei der Sache ist. Schon als Grundschulkind zog es sie in die Werkstatt ihres Vaters. „Ich habe früh mitgeholfen, Fenster gestrichen oder beim Ausmessen assistiert. Ich wollte einfach hinein in den Beruf“, erinnert sie sich. Der Entschluss stand fest: lieber Werkbank statt Schulbank. Sie brach das Gymnasium ab, machte eine Lehre zur Glaserin – und wurde Zweite im Bundesleistungswettbewerb. Die Meisterprüfung folgte, „als einziges Mädchen unter 42 Jungs“. Weiterlesen
Martin Ranz
Von der Werkbank ins Ehrenamt: Schreinermeister Martin Ranz aus Weil am Rhein engagiert sich seit Jahrzehnten für das südbadische Handwerk – als Kreishandwerksmeister, Obermeister, Verbandspräsident und Vorstandsmitglied der Handwerkskammer Freiburg. Für ihn ist das Ehrenamt keine Frage des „Ob“, sondern des „Wie“. Wenn das Telefon klingelt, kann es alles sein: ein Innungsmitglied mit einer dringenden Frage, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft – oder ein Politiker, der Rücksprache halten möchte. Für Martin Ranz gehört das zum Alltag. Weiterlesen


Anna Kern-Ohnemus
Anna Kern-Ohnemus wurde die Leidenschaft zum Handwerk in die Wiege gelegt. Heute ist die 32-Jährige Maurerin und Geschäftsführerin aus Überzeugung. Doch damit allein gibt sie sich nicht zufrieden. Sie möchte das Handwerk über die betrieblichen Pflichten hinaus unterstützen und fand somit den Weg ins Ehrenamt. „Irgendwie war das Handwerk schon immer da“, blickt die gebürtige Mahlbergerin auf die Anfänge ihrer handwerklichen Passion zurück. Inspiriert von ihren Großeltern und ihrem Vater war für sie früh klar, dass sie einmal etwas Handwerkliches tun möchte. Weiterlesen
Bernhard Fabian Paul
Bernhard Fabian Paul, 36 Jahre, Meister und künftiger Inhaber der Bäckerei Paul in Lörrach, engagiert sich leidenschaftlich ehrenamtlich – als Obermeister der Bäcker-Innung, in Ausschüssen auf Landes- und Bundesebene und in der Nachwuchsförderung. Für ihn gehören Handwerk und Ehrenamt untrennbar zusammen. Wenn in Lörrach frühmorgens die Backstube der Bäckerei Paul erwacht, hat Bernhard Fabian Paul längst Teig geprüft, Temperaturen kontrolliert – und oft schon die nächste Sitzung im Kopf. Während andere gerade den ersten Kaffee trinken, jongliert der 36-jährige Meister bereits zwischen Tradition, Familienbetrieb und Ehrenamt. Weiterlesen


Simone Gass
Simone Gass hat ein Auge für Qualität. Hat einen Blick für hochwertige Kombinationen und wohnliche Accessoires. Lässt sich Zeit, für ihre Kunden die richtigen Materialien und Produkte zusammenzustellen. Bei ihrer täglichen Arbeit als Raumausstatterin sieht sie sofort, welche Stoffe und Muster perfekt aufeinander abgestimmt sind. Aber auch in ihrem Ehrenamt schaut sie ganz genau hin: Als Mitglied im Gesellenprüfungsausschuss für das Raumausstatter-Handwerk bei der Handwerkskammer Freiburg bewertet sie die Zwischen- und Abschlussprüfungen des Handwerkernachwuchses. Zudem ist sie Vorsitzende des Gesellenprüfungsausschusses für Polster- und Dekorationsnäher. „Die Fachkräfte der nächsten Generationen kennenzulernen und zu prüfen, ist eine tolle Erfahrung“, sagt die 46-Jährige. Weiterlesen
Das Ehrenamt im südbadischen Handwerk in Zahlen
- Rund 2.000 ehrenamtlich Engagierte in über 20 verschiedenen Tätigkeitsbereichen
- Altersspanne der Ehrenamtlichen zwischen 17 bis 86 Jahren
- Mehr als 1.300 ehrenamtlichen Prüfer*innen (Gesellen- und Meisterprüfung) im Kammerbezirk
- Über 2.000 geprüfte Gesell*innen, Meister*innen und Fortbildungsteilnehmer*innen pro Jahr
- 73 Innungen im Kammerbezirk